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28. April 2026

Löhne rauf, Erben runter. Heraus zum ersten Mai!

Bald steht er wieder an: der Erste Mai. Während viele – seien wir mal ehrlich – den Tag über mit spaßigen Aktionen und Alkohol verbringen oder gar wegen des Tanzes in den Mai mit einem fetten Kater im Bett liegen, kämpfen wir als (Jung-)Sozialist*innen und Sozialdemokrat*innen für dich, deine Beschäftigung, deine Arbeit, deinen Lohn – auch im Krankheitsfall –, aber auch für deine Gesundheitsversorgung und deine Rente sowie für faires Erben und eine vernünftige Besteuerung von jenen, bei denen der Wohlstand wirklich liegt. Aber der Kampf für die Sozialdemokratie und die Arbeit ist noch nicht abgeschlossen: Er beginnt mit den Schüssen von Friedrich Merz auf den Sozialstaat gerade erst jetzt.

Der 1. Mai ist kein gewöhnlicher Feiertag, sondern das Ergebnis harter sozialer Kämpfe: Schon im 19. Jahrhundert gingen Arbeiter*innen gegen Ausbeutung und extrem lange Arbeitszeiten auf die Straße, besonders sichtbar 1886 in den USA, wo die Proteste im Haymarket Riot eskalierten und dennoch den Grundstein für einen internationalen Kampftag legten, der 1889 von der Arbeiter*innenbewegung weltweit verankert wurde; auch in Deutschland wurde der 1. Mai früh zum Symbol des Widerstands, erstmals 1890 unter großen Risiken begangen, später in der Weimar Republik als Feiertag anerkannt und nach seiner Vereinnahmung durch die Nationalsozialisten nach 1945 wieder als Tag der Arbeit etabliert; bis heute steht er für erkämpfte Rechte – und macht gleichzeitig deutlich, dass Unsicherheit, Ungleichheit und steigender Druck in der modernen Arbeitswelt zeigen, wie aktuell diese Auseinandersetzungen geblieben sind.

Der Deutscher Gewerkschaftsbund stellt den 1. Mai 2026 unter das Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ – und trifft damit einen Nerv, der viele junge Menschen und Beschäftigte direkt betrifft: Während Konzerne weiter Gewinne maximieren, wächst für viele die Unsicherheit im Alltag, sei es durch befristete Jobs, steigenden Leistungsdruck oder die Angst vor Arbeitsplatzabbau im Zuge von Transformation und Krise. Der DGB macht klar, dass diese Entwicklung kein Naturgesetz ist, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen – und fordert, dass die Interessen der arbeitenden Mehrheit endlich wieder ins Zentrum rücken: sichere Arbeitsplätze statt kurzfristiger Renditelogik, gute Löhne statt Reallohnverlusten und ein Leben, das bezahlbar bleibt. Für uns als Jusos heißt das übersetzt: Es geht um eine klare Haltung gegen eine Wirtschaft, die Profite über Menschen stellt – und für eine Gesellschaft, in der nicht wenige über den Reichtum bestimmen, sondern alle von ihrer Arbeit gut leben können.

Wir haben unsere Genoss*innen und Mitglieder aus allen Bereichen, Gliederungen und Ecken aus unserem Unterbezirk gefragt, was sie anlässlich des ersten Mais denken. Hier findest du ihre Antworten:

Es kann nicht sein, dass Respekt und Sicherheit dort anfangen, wo das Geld beginnt. Wer von Freiheit spricht, muss auch über Mieten, Löhne und Chancen reden. Denn Gleichheit ist kein Gefühl – sie ist eine Frage der Verteilung.

Tiba Mourad, Jusos in Heiden

Leistung muss sich lohnen – und zwar für die, die sie erbringen. Reichtum durch Geburt ist kein Verdienst. Wir wollen faire Löhne statt goldene Löffel!

Dario Üffing, Vorsitzender Jusos in Bocholt/Rhede/Isselburg

Frauen verdienen im Schnitt weniger, arbeiten häufiger in unsicheren Beschäftigungsverhältnissen und tragen den Großteil unbezahlter Sorgearbeit. Das ist strukturelle Ungerechtigkeit, kein Zufall. Sozialdemokratische Politik heißt deshalb: gleiche Bezahlung, bessere Vereinbarkeit und endlich echte Chancengleichheit durchzusetzen. Nicht irgendwann, sondern jetzt.

Nina Andrieshen, Mitglied des Landtages von NRW

Am Existenzminimum zu leben, nur weil man eine Ausbildung macht oder studiert und ein Dach über dem Kopf hat, darf nicht normal sein. Bildung ist kein Luxus – sie ist die Grundlage für unsere Zukunft. Wer lernt und sich weiterbildet, verdient Sicherheit, nicht ständige Sorgen!

Lutz Katzmarski, Medienbeauftragter Jusos Heiden & Jusos Kreis Borken

Kinder sind unsere Zukunft. Die Geburtenrate sinkt weiter – Familien müssen stärker in den Fokus rücken und gezielt gefördert werden. Es darf nicht sein, dass sich Familien Kinder nicht leisten können. Als Sozialstaat ist es unsere Aufgabe, dem entgegenzuwirken.

Vivien Dignaß, Jusos in Reken

Unsere Gesellschaft lebt von starken Schulen und lebendigen Vereinen – doch genau diese geraten immer stärker unter Druck. Wir müssen wieder mehr investieren: in Bildung, in engagierte Lehrkräfte und in die Infrastruktur unserer Schulen. Gleichzeitig brauchen Vereine bessere Unterstützung, denn sie sind das Rückgrat unseres sozialen Zusammenhalts. Dort entstehen Gemeinschaft, Integration und Werte, die kein Lehrbuch allein vermitteln kann. Wer in Schulen und Vereine investiert, investiert in die Zukunft unseres Landes.

Tizian Schulte, Landtagskandidat, Vorsitzender Jusos im Kreis Borken

Wertschätzung ist kein Bonus, sondern Basis. Löhne müssen sich stärker an den tatsächlichen Lebensrealitäten der Menschen orientieren. Noch immer werden in unserem Land zu viele Menschen unzureichend bezahlt und gleichzeitig zusätzlich belastet, indem sie weitere Abgaben mittragen sollen. Das ist nicht akzeptabel.

Maurice Westermann, Vorsitzender Jusos in Gronau und Epe

Wenn „Reformen“ nichts anderes heißen sollen als Kürzungen bei der Rente, finanzielle Mehrbelastungen für die hart arbeitende Mitte und das Zurechtstutzen von Arbeitnehmerrechten, dann läuft etwas schief. Wenn „Reformen“, dann für alle!

Sami Bouhari, Landtagskandidat

Es ist schwer zu rechtfertigen, dass Vermögen, das ohne eigene Leistung vererbt wird, oft geringer besteuert wird als Einkommen, für das Menschen jahrelang hart arbeiten. Wer jeden Tag arbeitet, Verantwortung trägt und damit zur Zukunft beiträgt, sollte nicht stärker belastet werden als jemand, der einfach nur erbt. Ein gerechtes System muss Leistung würdigen – und nicht Zufall bevorzugen.
Es darf nicht sein, dass junge Menschen zwischen Bildung und Existenzsicherheit wählen müssen. Wenn eine Ausbildung so schlecht bezahlt wird, dass man sich davon kaum ein Leben aufbauen kann, während ein Studium als einziger Ausweg erscheint, läuft etwas grundlegend falsch. Eine Gesellschaft, die will, dass Fachkräfte bleiben, muss dafür sorgen, dass sich Ausbildung lohnt – nicht nur ideell, sondern auch finanziell. Denn wer eine Ausbildung macht, darf nicht das Gefühl haben, sich damit für ein unsicheres Leben zu entscheiden.“

Frieda Lukes, Jusos in Heiden

Erben in Deutschland ist nicht gerecht.
Unser Erbrecht denkt zu oft aus der Perspektive derer, die Vermögen erhalten – nicht aus der Perspektive der Mehrheit, die nie etwas erbt.
Das muss sich ändern.
Das Sozialstaatsprinzip gilt für alle Steuern – auch für Erbschaften. Wenn Vermögen über Generationen weitergegeben wird, verstärkt das Ungleichheit, statt Chancen zu schaffen.
Dabei geht es nicht um das Elternhaus oder den kleinen Familienbetrieb.
Es geht um große Vermögen, die leistungslos wachsen und weitergereicht werden.
Wer arbeitet, muss mehr haben als jemand, der nur erbt.
Deshalb: Löhne rauf. Große Erbschaften gerechter besteuern.

Mathis Stegemann, Jusos in Ahaus

Es darf nicht sein, dass viele jeden Euro umdrehen müssen, während große Vermögen vererbt werden, die nie erarbeitet wurden. Wer von Leistung spricht, muss auch über faire Löhne und gerechte Steuern reden. Denn Gerechtigkeit entsteht nicht von allein – sie wird gemacht. Und zwar von uns.

Lennart Ehlers, Vorsitzender der Jusos in Reken

Leistung muss sich lohnen, nicht der Besitz! Wir fordern eine Gesellschaft, in der Arbeit wertgeschätzt wird und nicht das Erbe.

Luisa Terörde, Jusos in Bocholt, Rhede und Isselburg

Immer mehr Unternehmen entziehen sich der Tarifbindung und drücken Löhne. Dabei ist glasklar: Gute Arbeit braucht starke Tarifverträge und solidarischen Widerstand!

Milo Bröckerhoff, Jusos in Gescher und Hochmoor

Ohne die Arbeiter und Arbeiterinnen würde vieles nicht funktionieren, doch dennoch kümmert sich die Bundespolitik oftmals mehr um große Firmen als um die einfachen Bürger. Für mehr Respekt gegenüber den Menschen.

Dominik Bilal Ehab Schreiber, Stellv. Vorsitzender Jusos im Kreis Borken & Jusos Heiden

Diese Stimmen zeigen, was viele längst spüren: Die sozialen Fragen unserer Zeit sind keine Randthemen, sondern entscheiden darüber, wie gerecht unsere Gesellschaft wirklich ist. Es geht um Respekt, um Sicherheit im Alltag und um die Frage, wer in diesem Land von Arbeit leben kann – und wer nicht. Genau deshalb ist der 1. Mai mehr als ein Datum im Kalender: Er ist der Moment, an dem wir sichtbar machen, was sonst zu oft überhört wird.

Wir sagen klar: So wie es ist, darf es nicht bleiben. Wenn Löhne nicht reichen, Mieten explodieren und Chancen ungleich verteilt sind, dann ist das kein Zufall, sondern eine Frage politischer Prioritäten. Und genau daran wird sich etwas ändern – wenn wir den Druck erhöhen, gemeinsam, laut und organisiert.

Deshalb gehen wir am 1. Mai auf die Straße. Deshalb kommen wir zusammen, diskutieren, zeigen Haltung und machen deutlich: Diese Gesellschaft gehört nicht den Profiten weniger, sondern den Menschen, die sie jeden Tag am Laufen halten.

Für Respekt. Für Gerechtigkeit. Für eine Zukunft, die allen gehört.


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